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    Nr. 20 Nr. 67 Editionsplan
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SSRQ ZH NF I/2/1, Nr. 20 (provisorisch)

Mannrecht für Stephan Landenberg von Winterthur

1523 Oktober 23
  • Regest
    Schultheiss und Rat der Stadt Winterthur bitten Bürgermeister und Rat von Zürich um die Aufnahme des Stephan Landenberg von Winterthur als Bürger, da er sich dort bessere Absatzchancen für sein Handwerk und Gewerbe erhofft, und stellen ihm ein Zeugnis über seine Qualifizierung, seine eheliche Geburt und sein Wohlverhalten aus.
  • Stückbeschreibung
    StAZH A 155.1, Nr. 77
    Original (Einzelblatt)
    Papier
    30.5 x 21.5
    1 Siegel: Stadt Winterthur, Wachs, zum Verschluss aufgedrückt, fehlt
  • Kommentar

    Um andernorts als Bürger aufgenommen zu werden, war oftmals die Bescheinigung der ehelichen Geburt und des guten Leumunds durch den Herkunftsort, der sogenannte Mannrechtbrief, erforderlich. Bereits im ältesten Formularbuch der Winterthurer Kanzlei ist das Muster eines Mannrechtbriefs aus dem Jahr 1537 enthalten (STAW B 3a/1, fol. 128v). Wie sie Wegzugswilligen den guten Leumund bescheinigten, so liessen sich Schultheiss und Rat entsprechende Zeugnisse vorlegen, wenn jemand das Winterthurer Bürgerrecht erwerben wollte, wie etwa der Ratsbeschluss vom 22. April 1493 vorschrieb (STAW B 2/2, fol. 42r-43r). Als die Winterthurer im Jahr 1544 ihrerseits einen Mannrechtsbrief von Kaspar Schmidlin, Sohn eines Zürcher Bürgers, verlangten, reagierten Bürgermeister und Rat von Zürich allerdings ungehalten (StAZH B IV 11, fol. 143r). Vgl. zum Anforderungsprofil von Neubürgern allgemein Isenmann 2002, S. 214, 238-239.

Editionstext

Strengenn, fromen, fu̍rsichtigenn, wisenn, gnedigenn, lieben herren, u̍ch sigenn unnser gehorsam, willig dienste allzit zevor. Gnedigenn herren, Stephan Landemberg, u̍nnser stattkind, zouͤgt u̍nns an, wie er sines handtwercks unnd gewerbe inn u̍wer, u̍nnser herren, statt zuͦ Zu̍rich ein bessern sitze das sin zuͦvertriben, dann er inn u̍nnser statt haben moͤge, unnd u̍nns deßhalb umb gu̍nstlich fu̍rdernus an u̍ch u̍nnser herren zegebenn ernstlich angeruͤfft. Dwil wir nu im (als u̍nnserm stattkind) zuͦ gu̍nstlicher fu̍rdrung gantz wolgeneigt, deßglichenn haben wir wu̍ssen, das er sines handtwercks gantz wolbericht, dartzuͦ von vatter unnd muͤter eelich geborn unnd sich by u̍nns erlich unnd wol (wie sich dann einem fromen gezimpt) gehaltenn hǎt. Hierumb so ist an u̍wer streng wißheit als unnser gnedig lieb herren unnser gar undertaͤnig ernstlich bitte, ir woͤllen genanten Stephan Landenberg also inn u̍wer statt zuͦ einem burger annemen unnd inn allweg gnedigklich bevolhenn haben.1 Das woͤllen wir umb u̍ch, unnser herren, alltzit willigklich zuͦverdienen, deren wir u̍nns och zuͦ allen zitten undertaͤnigklich bevolhen habenn woͤllenn. Datum fritag vor Symonis unnd Jude apostolorum anno etc xxiij.

Schultheis unnd raͤte zuͦ Winterthur

[Anschrift auf der Rückseite:] Dinna strengen, fromen, fursichtigen, ersamen unnd wisenn burgermeister unnd raͤte der statt Zu̍rich, u̍nnsern gnedigenn unnd liebenn herren

[Vermerk auf der Rückseite von Hand des 17. Jh.:] Winterthur, 1523

[Vermerk auf der Rückseite von Hand des 17. Jh.:] Schrybenn für Steffan Landenberg

[Vermerk auf der Rückseite von Hand des 18. Jh.:] Intercession für Stäphan Landenberger, welcher alhier sich haushablich setzen wollen, 1523

  • Anmerkungen
    1. Unsichere Lesung
    1. Stephan Landenberg wurde am 24. Oktober 1523 gegen eine Gebühr von 3 Gulden als Bürger in Zürich aufgenommen (StArZH III.A.1, fol. 328r). Zum Verfahren der Bürgeraufnahme in Zürich vgl. Sieber 2001, S. 26-28; Koch 2002, S. 69-72.